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Botulinumtoxin bei Bruxismus (Zähneknirschen)

Wer nachts knirscht oder tagsüber presst, überlastet Zähne, Kaumuskulatur und Kiefergelenk. Botulinumtoxin entspannt den Kaumuskel gezielt – das Knirschen verliert seine Kraft.

Worum es geht

Beim Bruxismus arbeiten die Zähne mit einem Vielfachen der normalen Kaukraft gegeneinander – meist nachts und oft unbemerkt. Die Folgen reichen von abgeriebenen Zähnen über eine verspannte Kaumuskulatur und Kiefergelenkbeschwerden bis zu morgendlichen Spannungskopfschmerzen. Ein dauerhaft angespannter Musculus masseter kann zudem sichtbar an Volumen zunehmen und das Untergesicht breiter wirken lassen.

Wie Botulinumtoxin hilft

In den Kaumuskel injiziert reduziert Botulinumtoxin dessen maximale Anspannungskraft: Das Knirschen verliert seine Wucht, Muskulatur und Kiefergelenk werden entlastet. Kauen und Sprechen bleiben bei korrekter Dosierung unbeeinträchtigt. Viele Patientinnen und Patienten berichten zusätzlich über eine Linderung der Verspannungen und Kopfschmerzen; ein ausgeprägter Masseter kann sich über Monate sichtbar verschmälern.

Eine Aufbissschiene von Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt bleibt die Basistherapie: Sie schützt die Zähne, verhindert das Knirschen selbst aber nicht. Botulinumtoxin setzt an der Muskelüberaktivität an – beide Verfahren ergänzen sich gut.

Ablauf

Nach der Untersuchung der Kaumuskulatur injizieren wir das Präparat mit feinen Nadeln an wenigen Punkten in beide Masseteren, bei Bedarf ergänzend in den Schläfenmuskel. Die Behandlung dauert etwa 15 Minuten, eine Betäubung ist nicht nötig, und Sie sind sofort wieder alltagstauglich. Die Wirkung setzt nach ein bis zwei Wochen ein und hält etwa vier bis sechs Monate – danach kann die Behandlung wiederholt werden.

Preise

LeistungPreis
Bruxismus-Behandlung (Masseter beidseits)ab 450 €
Ergänzend Schläfenmuskelnach Aufwand

Die Behandlung wird als Selbstzahlerleistung nach GOÄ abgerechnet, die Kosten für das Präparat sind enthalten. Als medizinisch indizierte Heilbehandlung ist die Leistung umsatzsteuerfrei. Private Krankenversicherungen übernehmen die Behandlung meist – klären Sie die Übernahme am besten vorab mit Ihrem Versicherer.

Häufige Fragen

Woher weiß ich, ob ich mit den Zähnen knirsche?
Typische Hinweise sind eine morgens verspannte Kaumuskulatur, Kopfschmerzen nach dem Aufwachen und Schliff-Facetten an den Zähnen – oft fällt der Befund zuerst beim Zahnarzt auf. Wir untersuchen die Kaumuskulatur und besprechen, ob die Behandlung für Sie sinnvoll ist.
Beeinträchtigt die Behandlung das Kauen oder Sprechen?
Nein. Die Dosis wird so gewählt, dass nur die maximale Anspannungskraft reduziert wird – Kauen, Sprechen und Mimik bleiben unbeeinträchtigt.
Ersetzt Botulinumtoxin die Aufbissschiene?
Nein, beide ergänzen sich: Die Schiene schützt die Zähne, Botulinumtoxin reduziert die Muskelkraft dahinter. Wir stimmen die Behandlung gern mit Ihrer zahnärztlichen Praxis ab.
Wie oft muss die Behandlung wiederholt werden?
Die Wirkung hält etwa vier bis sechs Monate, üblich sind zwei bis drei Behandlungen pro Jahr. Bei vielen Patientinnen und Patienten werden die Abstände mit der Zeit länger.
Zahlt die Krankenkasse?
Private Krankenversicherungen übernehmen die Behandlung meist; für gesetzlich Versicherte ist sie eine Selbstzahlerleistung.

Quelle: S3-Leitlinie „Diagnostik und Behandlung des Bruxismus“ (DGFDT/DGZMK, AWMF-Registernr. 083-027); Fachinformationen der Botulinumtoxin-Typ-A-Präparate